Wissenschaftlichkeit

FREUNDE arbeitet nach wissenschaftlichen Kriterien und ist ein evaluiertes, mehrfach ausgezeichnetes und anerkanntes Präventionsprogramm.

Theoretischer und methodischer Hintergrund

Den theoretischen und methodischen Hintergrund von FREUNDE bilden der Befähigungsansatz, das Lebenskompetenzförderungsmodell, das Risiko- und Schutzfaktorenmodell sowie der Resilienzansatz. 

Diese Ansätze beinhalten auch jenes „Bild vom Kind“ sowie ein Verständnis von Bildung, wie es modernen Bildungs- und Erziehungsplänen entspricht.

Henne und Kücken
Henne und Kücken

Befähigungsansatz und das Bild vom Kind

FREUNDE orientiert sich am Verständnis von Bildung, wie sie in zeitgemäßen Bildungsplänen definiert wird:

Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit und übernehmen dabei entwicklungsangemessen Verantwortung, denn der Mensch ist auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin angelegt. Bereits sehr kleine Kinder sind eher aktive Mitgestalter ihres Verstehens als passive Teilhaber an Umweltereignissen und können ihre Bedürfnisse äußern. Sie wollen von sich aus lernen, ihre Neugierde und ihr Erkundungs- und Forscherdrang sind der Beweis. 

Sie lernen mit Begeisterung und mit bemerkenswerter Leichtigkeit und Geschwindigkeit. Ihr Lerneifer, ihr Wissensdurst und ihre Lernfähigkeit sind groß. Sie haben viele intelligente Fragen und sind reich an Ideen und Einfällen. Mit zunehmendem Alter und Wissenserwerb werden sie zu „Experten“, deren Weltverständnis in Einzelbereichen dem der Erwachsenen ähnelt. In ihrem Tun und Fragenstellen sind Kinder höchst kreative Erfinder, Künstler, Physiker, Mathematiker, Historiker und Philosophen.

Sie wollen im Dialog mit anderen an allen Weltvorgängen teilnehmen, um ihr Weltverständnis kontinuierlich zu erweitern. Im Bildungsgeschehen nehmen Kinder eine aktive Gestalterrolle bei ihren Lernprozessen ein. Sie sind Akteure mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten. 
Bildung im Kindesalter gestaltet sich als sozialer Prozess, an dem sich Kinder und Erwachsene aktiv beteiligen. Nur in gemeinsamer Interaktion, im kommunikativen Austausch und im ko-konstruktiven Prozess findet Bildung, nicht zuletzt als Sinnkonstruktion, statt. So verstanden, sind Bildungsprozesse eingebettet in den sozialen und kulturellen Kontext, in dem sie jeweils geschehen.

Dieses humanistische Verständnis vom Kind und vom Lernen ist für unsere Kultur nach wie vor keine Selbstverständlichkeit und stellt daher in der täglichen Arbeit eine Herausforderung für viele Pädagogische Fachkräfte dar. FREUNDE unterstützt deshalb mit seinen Inhalten und Methoden die Fachkräfte dabei, ihre diesbezüglichen Haltungen und Einstellungen immer wieder von Neuem zu reflektieren, zu hinterfragen und weiter zu entwickeln.

Im Rahmen der Umsetzung von FREUNDE werden Kinder speziell bei der Entwicklung von emotionalen, kommunikativen, sozialen und Konflikt-Kompetenzen unterstützt und in ihrer Selbstwirksamkeit gefördert.

Risiko und Schutzfaktorenmodell

FREUNDE unterstützt die Entwicklung folgender Persönlichkeitsfaktoren:

  • Selbstwert und Selbstvertrauen
  • Beziehungs- und Konfliktfähigkeit
  • Genuss- und Erlebnisfähigkeit
  • Sinnvolles Erleben ihrer Handlungen und ihres Daseins

Förderung der Resilienz

Kinder, deren soziale und personale Kompetenzen erkannt und gestärkt werden und die auf soziale Ressourcen zurückgreifen können, werden in ihrer Resilienz gestärkt – sie lernen eine Vielfalt von Verhaltensweisen, die es ihnen ermöglichen, konstruktiv mit schwierigen Alltagssituationen umzugehen und aktuelle Lebensanforderungen zu meistern.

FREUNDE befähigt neben Kindern auch das pädagogische Fachpersonal

Entsprechend unserem Ansatz betrachten wir nicht nur die Kinder als kompetent, sondern ebenso die pädagogischen Fachkräfte. Beim Basisseminar können sie wählen, welche pädagogischen Vorhaben in ihrer Kita Sinn machen, wobei „Mit viel Gefühl“ für alle anderen Vorhaben eine Voraussetzung darstellt und daher ein fester Bestandteil des FREUNDE-Programms ist.

Den pädagogischen Fachkräften werden einerseits neue Methoden für die Arbeit mit den Kindern vermittelt, andererseits wird mit ihnen herausgearbeitet, welche der Methoden aus ihrem vorhandenen „Werkzeugkoffer“ sich eignen, um Lebenskompetenzen zu fördern.

FREUNDE vermittelt keine Methoden, die von den Fachkräften dann eins zu eins umzusetzen sind. Stattdessen arbeiten wir am Beispiel der gezeigten Methoden gemeinsam mit den Fachkräften diejenigen Ideen und Zusammenhänge heraus, die hinter den pädagogischen Vorhaben liegen. Dabei legen wir Wert auf die Haltung zum Kind und betonen die Bedeutung von wertschätzender Kommunikation und Interaktion. Wenn diese Ideen gut verstanden werden, können pädagogische Fachkräfte in ihren Teams mit eigener Kreativität die erarbeiteten pädagogischen Vorhaben in ihren Kita-Alltag integrieren. Unsere Seminare und Zirkeltreffen unterstützen und begleiten sie auf diesem Weg.

Die Standards unserer Arbeit

FREUNDE orientiert sich an den derzeit gültigen Standards präventiver Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und Multiplikator/innen:

FREUNDE fördert Lebenskompetenzen

Der Schwerpunkt wird gezielt auf die Förderung derjenigen Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Beteiligten gelegt, die grundlegend wichtig für die Entfaltung körperlicher, geistiger, emotionaler und sozialer Gesundheit sind.

FREUNDE beginnt frühzeitig

Bereits im Elementarbereich setzen die Aktivitäten von FREUNDE mit seinen pädagogischen Vorhaben ein und erreichen damit eine große Zielgruppe bereits in einem frühen Lebensalter.

FREUNDE knüpft an vorhandenen Ressourcen an

Es wird mit den Fähigkeiten der Kinder ebenso gearbeitet wie mit den Fähigkeiten des pädagogischen Personals.

FREUNDE setzt an den Grundbedürfnissen an

Kinder brauchen ein Lebensumfeld, in dem ein stärkender Umgang zwischen Pädagogen/innen, Eltern und den betreuten Kindern gelebt wird. Dazu leistet FREUNDE einen Beitrag durch pädagogische Vorhaben für Kinder, durch Angebote für pädagogisches Fachpersonal und Eltern sowie durch die Weiterentwicklung der konzeptionellen Grundlagen der Kindertageseinrichtungen im Hinblick auf eine präventiv ausgerichtete pädagogische Einrichtung.

FREUNDE arbeitet kindorientiert

Zusätzlich zu den vom jeweiligen Einrichtungsteam bereits durchgeführten Maßnahmen werden Angebote gemacht und Vorhaben eingeführt, die zielgruppen- und situationsorientiert eingesetzt werden können und an deren Auswahl das pädagogische Fachpersonal beteiligt ist.

FREUNDE arbeitet geschlechtersensibel

Kinder sind Jungen und Mädchen. Das jeweilige Geschlecht erfordert z. T. spezifische Vorgehensweisen gegen Sucht und Gewalt und damit auch in den präventiven Vorgehensweisen. Dies wird in den Seminaren thematisiert, und die pädagogischen Vorhaben berücksichtigen diese Aspekte. Zusätzlich wird „Geschlechtersensible Prävention“ in einem eigenen Aufbau-Seminar für pädagogisches Fachpersonal thematisiert.

FREUNDE berücksichtigt die Lebenswelt der Kinder und wirkt in den Sozialraum hinein

Die jeweilige Lebenssituation der Kinder einer Einrichtung wird berücksichtigt. Zusätzlich werden pädagogische Angebote für Eltern durchgeführt. Hierdurch werden das Umfeld der Einrichtung und der Übergang in weiterführende pädagogische Einrichtungen, in der Regel die Grundschule, beeinflusst.

FREUNDE bezieht die Eltern mit ein

Eltern erhalten Informationen über Sucht- und Gewaltentstehung ebenso wie über wirksame Präventionsstrategien. Sie werden bei den pädagogischen Vorhaben informiert und mit einbezogen. Außerdem bietet FREUNDE dem pädagogischen Fachpersonal ein Aufbauseminar zur Zusammenarbeit mit Eltern an.

FREUNDE ist langfristig angelegt

Eine große Stärke liegt im langfristigen Konzept aller Angebote. Zwischen Beginn und Abschluss der Basisseminareinheiten liegen ca. 3 bis 6 Monate. Daran schließen sich Aufbauseminare und/oder Zirkeltreffen je nach Bedarf an. Im Idealfall entsteht ein fachlich begleiteter Kontakt über einen längeren Zeitraum zwischen dem Einrichtungsteam und dem/der FREUNDE-Trainer/in vor Ort.

FREUNDE wirkt nachhaltig

Veränderungsprozesse werden ermöglicht und in Gang gehalten, indem mit Einrichtungsteams gearbeitet und über längere Zeiträume Begleitung durch den/die FREUNDE-Trainer/in zur Verfügung gestellt wird.

FREUNDE ist prozess- und erfahrungsorientiert

Durch die Ansprache von Teams und die Thematisierung von Selbst- und Gruppenreflexionsprozessen werden Entwicklungen angestoßen, begleitet und gemachte Erfahrungen einbezogen und reflektiert.

FREUNDE arbeitet ergebnisorientiert

Bei den Seminarangeboten wird Grundwissen vermittelt und es werden Strategien erarbeitet und konkrete Ziele vereinbart, die bei Folgetreffen überprüft werden.

FREUNDE verfolgt positiv besetzte Ziele

Die Ziele von FREUNDE werden von den Beteiligten und zunehmend in der breiten Öffentlichkeit positiv eingeschätzt und akzeptiert.

Qualitätssicherung und Evaluation

Inhaltliche Weiterentwicklung begleitet durch Fachbeirat:

  • Prof. Dr. Anneke Bühler, Professorin für Gesundheitswissenschaften und Prävention an der Hochschule Kempten
  • Prof. a.D. Hansjörg Schäflein, Psychologie, Präsident der KSFH von 1986 – 2002
  • Prof. a.D. Dr. Günther Schatz, ehmaliger Vorsitzender der Aktion Jugendschutz
  • Elisabeth Seifert, Geschäftsführerin der Aktion Jugendschutz
  • Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern
  • Dr. Jürgen Koerver-Stümper, Vorstandsvorsitzender der Stiftung FREUNDE

Fachliche Anbindung an die Aktion Jugendschutz:

  • Programmleitung Heribert Holzinger, Referent der Aktion Jugendschutz, 17 Jahre Erfahrung im Bereich der Suchtprävention, mehr als 20 Jahre Erfahrung als Seminarleiter
  • FREUNDE-Koordination in Bayern: Olivia Rinz, Referentin der Aktion Jugendschutz, Mediatorin, seit 10 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig

Auswahl der FREUNDE-Trainer/innen - Voraussetzung:

  • Staatlich anerkannter Berufs- oder Studienabschluss mit Bezug zu Gesundheit oder Erziehung
  • Erfahrung in der Erwachsenenbildung
  • Erfahrung in der Prävention und Gesundheitsförderung
  • Bezug zum frühkindlichen Bildungsbereich

Regelmäßige Weiterqualifizierung der FREUNDE-Trainer/innen:

  • Aufbauseminare
  • Vernetzungstreffen

Weiterentwicklung des FREUNDE Trainer-Handbuchs

  • Aktualisierte Auflage etwa alle 3 Jahre
  • Neu- und Weiterentwicklung der Aufbauseminare

Fragebogenevaluation der Seminare in den Kitas und Nachevaluation mittels leitfadengestützter Interviews

  • Die von den FREUNDE-Trainer/innen in den Kitas durchgeführten Seminare werden mittels Fragebogen evaluiert. Die Ergebnisse dieser Rückmeldungen sowie die Rückmeldungen unserer Trainer/innen fließen in die Weiterentwicklung des Programms ein.
  • Die Ergebnisse von 10 Jahre FREUNDE-Evaluation sowie eine Nachevaluation bei mit FREUNDE geschulten Pädagogischen Fackräften mittels leitfadengestützter Interviews wurden in der Broschüre "10 Jahre FREUNDE in Kindertageseinrichtungen. Ergebnisse aus der Qualitätssicherung" publiziert und sind ein Beleg für die hohe Wirksamkeit von FREUNDE:

Gutachterliche Stellungnahme von Frau Prof. Dr. C. Wustmann, Universität Graz, Arbeitsbereich Elementarpädagogik

Conclusio: Die Programme der FREUNDE sind bestens geeignet, über Fortbildung und Begleitung von Pädagoginnen und Pädagogen sowie Müttern und Vätern, die körperliche, geistige, emotionale und soziale Gesundheit der Mädchen und Buben zu fördern und zu sichern.

Formative Evaluation FREUNDE, Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Zentrum für Evaluation und Forschungsberatung, Univ.-Prof. Dr. Philipp Mayring

Ergebnis des Zwischenberichts: Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Programm FREUNDE eine wertvolle Fortbildung darstellt, welche die KindergartenpädagogInnen bei der Umsetzung der im Bildungsrahmenplan geforderten Inhalte unterstützt und darüber hinaus eine wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Sucht- und Gewaltprävention leisten kann. Insbesondere der ressourcenorientierte Ansatz des Lebenskompetenztrainings im Sinne der frühen Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen bei Kindern lässt einen Effekt im Hinblick auf eine wirksame und nachhaltige Sucht- und Gewaltprävention, aber auch auf erhöhtes Wohlbefinden, positive Anpassung und prosoziales Verhalten erwarten (Diener & Lucas, 2000; Eisenberg, Fabes, & Spinrad, 2006). Im Sinne des Wohlergehens der Kinder und somit der Gesellschaft ist es wünschenswert, das Programm FREUNDE weiter zu optimieren und dadurch die KindergartenpädagogInnen in ihrer professionellen Rolle zu stärken.

Aufnahme in die "Grüne Liste Prävention" als empfehlenswertes Programm

Die Grüne Liste Prävention ist eine Datenbank empfohlener Präventionsprogramme mit nachgewiesener Wirksamkeit. FREUNDE wurde in der "Grünen Liste Prävention" als empfehlenswertes Programm aufgenommen, eingestuft mit "1 - Effektivität theoretisch gut begründet" und die Evaluationsergebnisse als (überwiegend) positiv angegeben.

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